
Matschie: "Wir schaffen neue Arbeitsplätze durch Innovationen"
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert in der Region Dresden-Gera-Leipzig mit 2,1 Millionen Euro neue Verfahrenstechniken zur Konservierung von Lebensmitteln. Damit sollen die vorhandene Stärke der regionalen Wirtschaft weiter ausgebaut werden, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF, Christoph Matschie, am Freitag in Gera. "Wir schaffen mit Innovationen neue und zukunftssichere Arbeitsplätze in der Region."
Das BMBF fördert drei Jahre lang fünf Firmen, zwei Universitäten und zwei Forschungsinstitute, die sich im Projekt "IKON-Druckwechseltechnologie" zusammengeschlossen haben. Sie wollen bei der Konservierung die bisher übliche energieaufwändige Erhitzung der Lebensmittel durch ein kostengünstiges und schonendes Druckwechselverfahren ersetzen. Damit könnte etwa H-Milch wie frische Milch schmecken - weil sie nicht mehr ultrahocherhitzt wird, sondern Bakterien und Keime mit wechselndem Druck zerstört werden.
Das BMBF erhöht 2004 die Mittel für die verschiedenen Programme zur Innovationsförderung in Ostdeutschland um weitere sieben Prozent auf jährlich 98 Millionen Euro. Gegenüber 2001 wurden diese Mittel damit annähernd verdoppelt. Das Projekt "IKON-Druckwechseltechnologie" ist Teil des BMBF-Programms "Innovative regionale Wachstumskerne". Es fördert in Ostdeutschland die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Unternehmern für ein zukunftsfähiges wirtschaftliches Profil ihrer Region. Jährlich werden je nach Bedarf und Qualität der Anträge bis zu acht neue Wachstumskerne zur Förderung ausgewählt. Bewerbungen sind laufend möglich.
Bei der Vorstellung ihres Arbeitsprogramms für die kommenden vier Jahre im Dezember 2002 betonte die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, dass es mit zur wichtigsten Aufgabe der Bundesregierung gehöre, das noch bestehende Gefälle zwischen den alten und neuen Ländern konsequent abzubauen.
Im Zusammenhang mit verschiedenen Maßnahmen zur Stärkung der Innovationskraft der Neuen Länder, betonte Bulmahn die Bedeutung von Projekten wie InnoRegio und Innovative regionale Wachstumskerne, mit denen neue Wege beschritten werden: "Mit den Programmen des InnoRegio-Prozesses fördern wir in vielfältigen Projekten die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Politik, Bildung und Forschung in regionalen Innovationsnetzwerken." Bulmahn kündigte im Rahmen Ihres Vortrags auch ein Rahmenkonzept mit dem Titel "Innovation durch neue Technologien: Forschung stärken - Arbeitsplätze schaffen" an. Dabei soll vor allem die Rolle von kleinen und mittleren Unternehmen bei der Forschungsförderung konsequent weiter ausgebaut werden. Das gelte auch und insbesondere für die Förderung in Ostdeutschland. "Es kommt jetzt darauf an, dass wir in Deutschland die hohe Qualifikation, Kreativität und Leistungsbereitschaft der Menschen in Innovationen und wirtschaftliches Wachstum umsetzen", so die Ministerin.
Bulmahn: "Wir müssen die innovativen Potenziale in den Neuen Ländern erkennen und mit unternehmerischer Kompetenz erschließen"
Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn setzt das Förderprogramm "Innovative regionale Wachstumskerne" für die Neuen Länder fort. Ziel des Programms ist es, die Bündelung von Kompetenzen in den Neuen Ländern weiter zu fördern. Damit können Chancen für mehr Innovationen, Wachstum und Beschäftigung genutzt werden.
Jährlich sollen neue Wachstumskerne zusätzlich in die Förderung aufgenommen werden. Das Programm wurde im letzten Jahr als Teil des Zukunftsinvestitionsprogramms der Bundesregierung gestartet. Zunächst wurden in einer ersten Runde neun Innovationsbündnisse (Wachstumskerne) gefördert.
Die neun Innovationsbündnisse aus der ersten Förderrunde werden bis 2003 mit ca. 40 Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium gefördert. Hinter den Bündnissen stehen insgesamt ca. 160 Einzelprojekte; wobei die Projekte eines Bündnisses durch ein Innovationskonzept thematisch miteinander verknüpft sind. Die Themen der neun Wachstumskerne kommen u. a. aus den Bereichen Materialforschung, Schiffssicherheit, Pharmazie, Verkehr und Informationstechnik.
Wegen der vergleichsweise geringen Zahl an Grossunternehmen kommt innovativen KMU (kleine und mittlere Unternehmen) in den Neuen Ländern eine besonders große Bedeutung zu. "Deshalb ist die Zusammenarbeit mit anderen KMU oder Forscherinnen und Forschern so wichtig. Aus diesem Grund setzt das Wachstumskerneprogramm stark auf Kooperationen zwischen KMU und Hochschulen sowie Forschungseinrichtungen", sagte Bundesministerin Bulmahn.
Die Kooperation soll in ein Innovationskonzept münden, das regionale und thematisch fokussierte Produktions- und Kompetenzprofile entwickelt. Ideen und Aktivitäten der Wachstumskern-Initiativen müssen sich dabei vom Start weg daran ausrichten lassen, wie sie am Markt umgesetzt werden können. Deshalb werden an das Innovationskonzept Anforderungen wie an einen Business-Plan für Unternehmensgründungen gestellt. Außerdem braucht jede Wachstumskern-Initiative ein Management, das Prioritäten setzt, Ziele definiert und einen gemeinsamen Auftritt ermöglicht.
Die Anforderungen, die an einen Bewerber gestellt werden, sind also hoch. Initiativen, die sich bewerben wollen, müssen zunächst die Skizze eines Innovationskonzeptes einreichen. Erfolgversprechende Initiativen werden anschließend dazu aufgefordert, ein detailliertes Innovationskonzept zu erarbeiten. In allen Auswahlschritten werden Bewerber intensiv beraten oder können sich externe Beratungsleistungen bezuschussen lassen.
Annahmefristen für Bewerbungen sind nicht vorgesehen. Das Programm wird ohne Zeitdruck verfolgt und soll den Initiativen die Möglichkeit geben, sich der jeweiligen Situation entsprechend zu entwickeln. "Wir hoffen, die Menschen vor Ort zu tragfähigen Kooperationen zu motivieren, die vorhandene regionale Innovationspotenziale bestmöglich umsetzen", erklärte Bulmahn abschließend.
Weitere Informationen zum Förderprogramm "Innovative regionale Wachstumskerne" des BMBF können bezogen werden beim
Projektträger Jülich (PTJ)
Außenstelle Berlin / Projetktbüro Innovative regionale Wachstumskerne"
Wallstraße 17 - 22
10179 Berlin
Telefon: 030 / 2 01 99-459
Telefax: 030 / 2 01 99-400
Bulmahn: "In neun Regionen werden innovative Wachstumskerne finanziell unterstützt"
Mit einem neuen Forschungsförderprogramm "Innovative regionale Wachstumskerne" unterstützt das BMBF in den Neuen Ländern aus UMTS-Mitteln die Bündelung von Kompetenzen. Damit wird es vielen Unternehmen möglich, mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen regional zusammenzuarbeiten und durch Innovationen neue Märkte zu erschließen. Die ersten neun Entscheidungen (siehe Anlage) sind jetzt gefallen, weitere werden Anfang August folgen. Insgesamt stehen für die Förderung "Innovativer regionaler Wachstumskerne" bis zum Jahr 2003 150 Millionen Mark im Haushalt des BMBF zur Verfügung.
"Viele Standorte in den Neuen Ländern haben hervorragende Voraussetzungen, um im Innovationswettbewerb bundesweit mitzuhalten", erklärte Bundesforschungsministerin Bulmahn. Diese Standorte sind durch kleine und mittlere Unternehmen geprägt, deren Marktvisionen und Kompetenzen mit leistungsfähigen Forschungseinrichtungen und Bildungsträgern umgesetzt werden sollen. Mittel für die ersten neun regionalen Initiativen werden jetzt freigegeben.
Inhaltlich reichen die Themen der Projekte von der Pharmakologie über neue Werkstoffe, die Verkehrstechnik, bis zu maritimen Technologien. Mit dem Forschungsprogramm werden die Initiativen dabei unterstützt, konkrete Einzelprojekte ihrer Akteure zwischen 5 und 13 Millionen Mark umzusetzen. An der Bewerbung um das Forschungsprogramm hatten sich bis zum Antragsschluss Ende Mai 123 regionale Initiativen aus den Neuen Ländern beteiligt. Hinter diesen Initiativen st ehen ca. 1900 Einzelprojekte mit einem Gesamtvolumen von etwa 1,2 Milliarden Mark. "Diese Resonanz zeigt, dass das Innovationspotenzial in den Neuen Ländern sehr groß ist und dringend genutzt werden muss", erklärte Bulmahn.
Das Förderprogramm "Innovative regionale Wachstumskerne" knüpft an den Erfolg und die Erfahrungen aus dem InnoRegio-Wettbewerb an. Dieses Forschungsprogramm hat Bundesministerin Bulmahn direkt nach ihrem Amtsan tritt speziell für die Neuen Länder aufgelegt. Es verlegt den Schwerpunkt aber noch stärker auf regionale Initiativen mit einer unternehmerischen Orientierung und mit einem hohen wirtschaftlichen Umsetzungspotenzial. Die Regionen wurden gebeten, die Umset zungspotenziale ihrer wissenschaftlichen und technologischen Kompetenzen analog zu einem Business Plan darzustellen.
Das Förderprogramm ist Teil eines umfassenden Maßnahmenkatalogs des BMBF zur Innovationsförderung in den Neuen Ländern. Durch das Programm InnoRegio, die Unterstützung regionaler Innovationsdialoge (Innovations foren) und das neue Programm "Innovative regionale Wachstumskerne" werden über 50 regionale Innovationsinitiativen gefördert.
Innovative Regionale Wachstumskerne
Ergebnisse einer ersten Auswahlrunde
Pharmaka aus Magdeburg - Tradition und Zukunft, federführender Einreicher: Institut für Medizintechnologie Magdeburg GmbH, Sachsen-Anhalt
Im Firmenverbund Pharma MD haben sich innovative, aus der Universität Magdeburg und dem Leibniz-Institut für Neurobiologie ausgegründete Unternehmen sowie etablierte mittelständische Pharmafirmen aus der Region zusammengeschlossen. Ziel ist es, die Kernkompetenz in der Verbindung von Neurowissenschaften und Immunologie zu nutzen, um neue, niedermolekulare Pharmaka zu entwickeln, die weitverbreitete und bislang nur unzureichend behandelbaren Erkrankungen ursächlich therapieren.
Industrielle Produktion Therapeutischer Rekombinanter Proteine; federführende Einreicherin: Martin-Luther-Universität Halle, Sachsen-Anhalt
Im Wachstumskern "Technologien zur industriellen Produktion therapeutischer rekombinanter Proteine" haben sich Hochschulinstitute und Firmen aus Halle (Saale) zusammengeschlossen, um neue Technologien zur Produktion von bislang wenig zugänglichen Protein-Klassen zu entwickeln. Auf dieser Grundlage solle n neue Therapeutika erschlossen werden, die zugleich kostengünstig industriell produziert werden können.
Maritime Knowledge and Decision Support Systems, Rostock - Maritime Safety Assistance, federführende Einreicherin: Marine Soft GmbH, Mecklenburg-Vorpommern
Im Raum Rostock hat sich ein Netz werk von KMU mit einander ergänzenden Kompetenzen und wirtschaftsnahen FuE-Instituten und wissenschaftlichen Einrichtungen zusammengefunden, um ein integriertes Servicesystem zum sicheren Betrieb von Schiffen zu entwickeln. Mit dem "Maritime Safety Assistance" kann eine weltweit anerkannte Markenidentität "Rostock = sichere Schifffahrt" mit strategischer wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Bedeutung für die Region Rostock geschaffen werden.
Anwendungszentrum intermodale Verkehrstelematik, federführende Einreicherin: Forschungs- und Anwendungsverbund Verkehrssystemtechnik Berlin, Berlin-Brandenburg
Das noch vergleichsweise junge Feld der Verkehrstelematik gilt innerhalb der Verkehrssystemtechnik als besonders dynamisch und wachstumsträchtig. Das Konzept zur Entwicklung des regionalen Wachstumskerns "Anwendungszentrum Intermodale Verkehrstelematik" setzt auf der Kompetenz von Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen in Berlin und Brandenburg auf, die zusammen alle Wertschöpfungsstufen zur Realisierung verkehrstelematischer Systeme abdecken können.
Funktionelle anorganische-nichtmetallische Materialien - fanimat, federführender Einreicher: Hermsdorfer Institut für Technische Keramik e. V., Thüringen
Der Wachstumskern "fanimat" bündelt in der Region Hermsdorf/Saale-Holzland-Kreis innovative Ressourcen der Materialwissenschaften unter Einbeziehung des Hochtechnologiestandortes Jena. Ziel ist die Schaffung eines virtuellen Unternehmensverbundes, der das Know-how der Region zu einem wettbe werbsfähigen Anbieter-Pool, insbesondere auch auf dem Gebiet technischer Keramiken, entwickelt.
NOA: Netzwerk für innovative Oberflächentechnik und Anlagenbau, federführende Einreicherin: TECHNO - COAT Oberflächentechnik GmbH, Zittau, Sachsen, Brandenburg
Mit dem "Netzwerk für innovative Oberflächentechnik und Anlagenbau (NOA)" soll die Lausitz zu einer international beachteten Kompetenzregion für plasmagestützte Beschichtungen und Fertigungsverfahren aufwachsen und damit dieser jungen Branche zu überdurchschnittlichem Wirtschaftswach stum verhelfen.
<xmlcity:berlin>: Kompetenz- und Anwendungszentrum XML, federführende Einreicherin: TimeKontor AG, Berlin
Der regionale Wachstumskern <xmlcity:berlin> hat das Ziel, Berlin und s eine IT-Unternehmen als bundesweit führende Region im Bereich der XML-Technologien zu etablieren. Es wird erwartet, dass XML-Technologien die wichtigste Grundlage für die Entwicklung der Datenhaltung, -aufbereitung und -kommunikation der IT-Industrie in den nächsten 10 Jahren sein wird mit bedeutenden Umsatzanteilen z. B. im e-commerce, aber auch bei unternehmensinternen Vorgängen.
INNOCIS: "Innovationsinitiative kostengünstige, flexible CIS-Photovoltaik, federführende Einreicherin: Solarion GmbH, Leipzig-Chemnitz-Dresden, Sachsen
Der Wachstumskern "Innocis" bündelt die in der Region vorhandene Forschungs- und Entwicklungskompetenz für die Produktion von flexiblen Dünnschichtsolarzellen und bezieht auch die Hersteller von Anlagen und Ausrüstungen für die Halbleiter-Dünnschichttechnologie mitein. So soll eine gemeinsame Stärkung der Wettbewerbsposition auf diesem attraktiven Wachstumsmarkt und ein nachhaltiger Standortvorteil für eine zukunftsträchtige Industrie erreicht werden.
Zukunftsmarkt neue Werkstoffe; östliches Sachsen, federführende Einreicherin: ASGLAWO GmbH, Sachsen
AsglaNet ist ein vorrangig ostsächsischer Verbund von innovativen KMU und von Forschungsi nstituten mit der Asglawo GmbH im Zentrum. Gemeinsames Ziel ist es, in speziellen Marktsegmenten neuer Faser- und Verbundwerkstoffe, die ein hohes Wachstumspotential haben, technologisch führend und international richtungsweisend zu werden.