Im Blickpunkt

Wissenschaftliche Tagung "Nutzerintegration in Gebäuden" des Wachstumskerns CBS

Einen Großteil ihres Lebens, von der Geburt über die Ausbildungs- und Arbeitszeit bis ins hohe Alter, verbringen Westeuropäer in Gebäuden. Dabei ändern sich in jeder Lebensphase unsere Anforderungen an diese Räume. Auf einer wissenschaftlichen Tagung des Wachstumskerns Customer Bautronic Systems (CBS) am 20. Oktober 2008 in der Bauhaus-Akademie Schloss Ettersburg ging es um das Umsetzen dieser speziellen Anforderungen in Gebäudeautomationslösungen.

Rund 40 Experten waren der Einladung von Prof. Dr. Michael Kappert von der Fachhochschule Erfurt gefolgt. Ziel der Tagung war es, alle am Gebäudeautomationsprozess beteiligten Spezialisten und Gewerke - vom Architekten über den Bauingenieur bis hin zum IT'ler - zusammenzubringen.

Technik und Nutzerwünsche in Einklang bringen

Prof. Dr. Michael Kappert, Leiter des "IBIT - INIT Bautronic Institut" an der Fachhochschule Erfurt fasste in seinem Einführungsvortrag zunächst die derzeitigen Herausforderungen an Gebäudeautomation zusammen. Da seien erstens die Kompatibilität von technischen Komponenten verschiedener Hersteller, zweitens die problemlose Erweiterung der Funktionen und schließlich deren reibungsloses Zusammenspiel und der optimale Zugang zu Schnittstellen. Kappert: "Wir können heute technisch schon viele Gebäudefunktionen automatisieren - allerdings ist das zum Teil vom Nutzer gar nicht gewünscht." Ganz wichtig ist deshalb aus seiner Sicht, dass "Technik im Gebäude auf Nutzerwünsche und -änderungen reagieren muss."

CBS: Gebäude werden (er)lebensWert

Danach gab Dr. Hans-Peter Döllekes, geschäftsführender Gesellschafter der Dr. Döllekes Unternehmensgruppe und CBS-Bündnissprecher einen Überblick über den Wachstumskern. Unter "Customer Bautronic System" verstehen Experten nutzerintegrierte Gebäudeautomationssysteme - spezielle nutzerfreundliche Systeme zur automatischen Steuerung der Technik im Gebäude. Abgestimmt auf die Ansprüche der Nutzer werden Funktionen wie Heizung, Belüftung, Verschattung, Beleuchtung und Kommunikation elektronisch gesteuert und dabei die Technik problemlos bedienbar. Der Wachstumskern entwickelt, unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), ein Gebäudeautomationssystem, das durch die permanente Nutzerintegration und -interaktion geprägt ist. Das System umfasst alle Phasen - von der Planung, Erstellung bis zum Betrieb -  des Lebenszyklus' eines Gebäudes. Die Vermarktung der Systeme erfolgt über eine gemeinsame Verwertungsgesellschaft des Bündnisses.

Jede Lebensphase hat ihre Anforderungen an Räume

In seinem Impulsreferat sprach Richard Staub, Geschäftsstellenleiter des Gebäude-Netzwerk-Instituts aus Zürich zum Thema "Nutzer und Gebäude-/Raumautomation". Staub: "Die Gebäudeautomation ist noch lange nicht auf dem Stand, den sie haben könnte. Sie muss zukünftig ihre Aktionen dem Nutzer transparenter machen, denn der Nutzer möchte nicht automatisiert werden." So sei die optimale Kommunikation zwischen Nutzer und Gebäude(-technik) ein wichtiges Zukunftsfeld, wo Innovationen gebraucht würden.

Wichtig: Transparenz für Nutzer

Dr. Werner Domschke, Geschäftsführer Technik der QVEDIS GmbH, referierte im zweiten Impulsreferat zu "Schnittstellen der Gebäudeautomation". Domschke mahnte mehr Transparenz für die Nutzer an und forderte kompatible standardisierte Schnittstellen. Da das Energie-Thema zukünftig in vielen Bereichen die hauptsächliche Triebfeder für Forschung und Innovation sein wird, müssen auch bei der Gebäudeautomation Lösungen aus dem Energiemix kommen. Das heißt, dass sich einzelne Komponenten über alternative Energien wie Solartechnik selbst versorgen.

Rund 40 Expertinnen und Experten waren zur Tagung auf Schloss Ettersburg gekommen.

An die Impulsreferate schlossen sich mehrere Workshops an, in denen die Teilnehmer intensiv und aus unterschiedlichen Blickwinkeln (beispielsweise aus planerischer oder IT-Sicht) diskutierten. Einig war man sich, dass der Trend weg von kurzfristigen Entscheidungen hin zu nachhaltigem Handeln gehen müsse, wobei beispielsweise die Kosten eines Gebäudes über den gesamten Lebenszyklus betrachtet werden müssten. Auch wurde in der Diskussion immer wieder der Wunsch nach Standardisierung betont. Beim Thema Nutzerintegration lautete ein Fazit des Workshops, dass der Nutzer von der Technik ein Feedback benötigt und die "Reaktion" und "Handlung" der Technik dem Nutzer transparent gemacht werden müssen. Der Mensch dürfe nicht das Gefühl haben, von der Technik beherrscht zu werden.

 

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