Im Blickpunkt

InnoProfil ILMS: Exkursion zu neuen Messstationen

Bei einer Exkursion zum Forschungsgelände des InnoProfils am 15. September 2008 hat sich das ILMS-Team um Nachwuchsforschungsgruppenleiter Dr. Sven Kralisch ein Bild von seinen neuen Messstationen gemacht. Die Gewässergüte- und Klimamessstationen konnten mit Hilfe der Unterstützung durch das BMBF im Rahmen des InnoProfile-Vorhabens angeschafft werden.

Kralischs zwölfköpfige interdisziplinäre Arbeitsgruppe aus Geographen, Informatikern, Hydrologen und Geoökologen arbeitet an innovativen Lösungen zur optimalen Nutzung von Umweltressourcen, wie etwa landwirtschaftlichen Flächen oder Trinkwasserreservoirs. Das Kürzel ILMS steht dabei für "Integriertes Landschafts-Management-System" und bezeichnet ein digitales datenbank- und modellbasiertes Informationssystem für Wasserwirtschaft, Kommunal- und Regionalplanung. Grundlage für die IT-Anwendung sind genaueste meteorologische und hydrologische Messdaten, die in kurzen Zeitabständen erhoben werden.

Dies geschieht auf dem Forschungsgelände der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaflter, einem rund 800 Quadratkilometer großen Gebiet zwischen Erfurt, Gotha, Oberhof und Ilmenau, das den Flusslauf der "Oberen Gera" einschließt. Die dort erhobenen Daten umfassen zum einen Werte meteorologischer Messstationen (z.B. Niederschlagsmenge), zum anderen Daten über Wasserqualität und Pegelstand des Flusses, die von den Gütemessstationen erhoben werden.

Um ein integriertes Landschafts-Management-System entwickeln zu können, ist neben den Messinstrumenten mit hochmoderner Sensorik auch eine leistungsfähige Datenbank nötig. Dieses digitale Archiv wird im Teilprojekt Geodatenhaltung und Geodatenverwaltung erarbeitet. Die Herausforderung besteht darin, eine Vielzahl von Daten zu archivieren und zuzuordnen, beispielsweise tausende Messreihen über Wassermenge und -qualität,  Schneedichte, Temperatur oder Niederschlagsmenge.

Das letzte Puzzlestück wird im Teilprojekt "Umweltmodellierung mit komponentenbasierten Modellsystemen" realisiert. Hier geht es um das Entwickeln komplexer Umweltmodelle, die all diese Daten auswerten und miteinander in Beziehung setzen.

Ziel: methodische "Werkzeugkiste"

Ziel der engagierten Forschungs- und Entwicklungsarbeit des InnoProfile-Teams ist ein prototypisches Managementsystem. Damit kann dann beispielsweise die optimale landwirtschaftliche Nutzung einer Region bestimmt oder das Gefahrenpotenzial von Hochwasserereignissen abgeschätzt werden. Als Ergebnis der insgesamt 4,5-jährigen Projektlaufzeit soll zunächst eine Art methodische "Werkzeugkiste" entstehen.  Diese wird einen landschaftlichen Optimierungsprozess aus einem Guss ermöglichen - von der Erhebung von Geodaten und ihrer Verwaltung in einem datenbankbasierten Informationssystem über die prognostische Modellierung von Szenarien bis hin zur planerischen oder ingenieurtechnischen Umsetzung.

Die Klimamessgeräte liefern z.B. genaue Außentemperaturwerte.

Kompetenzverknüpfung zwischen Universität und regionaler Wirtschaft

Das ILMS-Team kooperiert in dem Projekt mit fünf mittelständischen Unternehmen der Region aus den Bereichen Geoinformation, Wasserwirtschaft sowie Kommunal- und Regionalplanung. Die Forscher bauen auf Entwicklungen und Forschungsarbeiten auf, die bereits unter Federführung von Prof. Dr. Wolfgang-Albert Flügel am Lehrstuhl für Geoinformatik, Geohydrologie und Modellierung am Institut für Geografie erreicht worden sind. Die Vision ist, dass die beteiligten Unternehmen so von dem Projekt profitieren, dass sie noch besser als derzeit auf das Kundenbedürfnis an Geoinformationen eingehen können und sich für sie neue Marktbereiche wie etwa die prognostische Umweltmodellierung oder die satellitengestützte Fernerkundung erschließen.

 

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