Im Blickpunkt

Forschungsergebnisse des Wachstumskerns AL-CAST vorgestellt

"Wir haben noch etwas vor!" - so begrüßte Dr. Jürgen Ude, Sprecher des Innovativen regionalen Wachstumskerns AL-CAST, die 70 Unternehmer, Wissenschaftler, Politiker und Journalisten zum Abschluss-Workshop im Creativitäts- und Competenz-Centrum (CCC) in Harzgerode.

Nach seinen Worten soll ab 2015 der beste auf der Welt erhältliche Aluminiumguss aus der Harzregion kommen.

Mit diesem innovativen Produkt kann viel erreicht werden. Was heute zum Beispiel im Autorennsport mit dem Einsatz von Aluminiumbauteilen im Motor und in der Karosserie bereits üblich ist, soll in wenigen Jahren auch in der 'normalen' Autobranche Standard sein.

Aluminium macht Motoren und Karosserien leichter, wodurch der Verbrauch an Treibstoff und der Ausstoß an Schadstoffen beim Fahren erheblich verringert werden. Der Einsatz von Aluminiumbauteilen soll langfristig zudem auch auf weitere Branchen, wie zum Beispiel die Bahntechnik, ausgedehnt werden.

Eine wichtige Voraussetzung zum Erreichen dieses Zieles ist nach den dreijährigen Forschungsarbeiten im Rahmen von AL-CAST (auf deutsch und in Langform: Aluminium-Guss) erfüllt.

Unter anderen ermöglicht hat die Forschung und Entwicklung das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das AL-CAST im Rahmen seiner Innovationsinitiative für die Neuen Länder, Unternehmen Region, zwischen 2005 und 2008 mit fünf Millionen Euro gefördert hat.

Aussagekräftige Zahlen stellte Dr. Jürgen Ude in Harzgerode vor: "29 Innovationen in Form verbesserter Produkte, Dienstleistungen und Verfahren wurden in den beteiligten Unternehmen erreicht. 55 strategische Kooperationen mit regionalen, nationalen und internationalen Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft sind aufgebaut worden. 59 Millionen Euro haben die Unternehmen des AL-CAST-Bündnisses unter anderem für neue Fertigungsanlagen aufgewandt." So zum Beispiel die Trimet AG mit Stammsitz in Essen, die in neue Aluminiumgießerei in Harzgerode investiert hat. So werden rund 300 neue Arbeitsplätze durch AL-CAST entstehen.

Hans-Peter Hiepe, der als Referatsleiter im BMBF die Innovationsinitiative Unternehmen Region entwickelte und bis heute betreut, wollte seine Freude nicht verbergen: "Ich freue mich auf die Zukunft von AL-CAST. Die fulminante Entwicklung dieser Initiative in den vergangenen Jahren kann nicht mehr zurückgedreht werden!" Mit AL-CAST sei ein Bündnis von Unternehmern und Wissenschaftlern entstanden, das eine Vision mit Hand und Fuß entwickelt habe. Der Abschluss der BMBF-Förderung werde nicht das Ende von AL-CAST sein.

In nur wenigen Sekunden wird aus Aluminiumschmelze ein Motorbauteil für einen neuen PKW.

"Mit mehr als 18.000 Beschäftigen in über 250 überwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen sind die Automobilzulieferer in Sachsen-Anhalt zu einer Wirtschaftsgröße zwischen Harz, Elbe und Saale geworden.", unterstrich Hans-Joachim Hennings, Abteilungsleiter im Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalts.

Er erinnerte an die Förderung dieser Branche durch die Landesregierung, die zum Beispiel 5,6 Millionen Euro für den Aufbau des CCC in Harzgerode bereitstellte und damit eine wesentliche Voraussetzung für den Start der AL-CAST-Initiative schuf.

In einer Cluster-Potenzialanalyse, die von der Landesregierung in Auftrag gegeben wurde, seien die Akteure der Bereiche Leichtmetallguss, Hochleistungsverbundstoffe und Kunststofftechnik in Sachsen-Anhalt als attraktive Partner für die weltweite Automobilbranche bewertet worden. Vor diesem Hintergrund arbeite man zurzeit am Aufbau eines automobilnahen Forschungszentrums in der Landeshauptstadt Magdeburg.

Als einer der Hauptakteure bei AL-CAST stellte Dr. Andreas Kleine, Leiter für Forschung und Entwicklung in der Trimet Aluminium- gießerei Harzgerode, wesentliche Forschungsergebnisse vor. Er erklärte, dass ein PKW wie beispielsweise der VW Golf 300 Kilogramm leichter werden müsse, um eine Gewichtsreduzierung von 20 Prozent zu erreichen. Dies zeige das Ausmaß der Herausforderung.

Dass es aber möglich sein werde, diese Herausforderung zu bewältigen, zeigten die Forschungsergebnisse. Dazu gehören eine neue Innenbearbeitung der empfindlichen Zylinderlaufbuchsen, Hochleistungslegierungen auf Aluminiumbasis oder der Einsatz des Drehkippgießens. Einen großen Schritt nach vorn habe man auch bei den Mess- und Prüfverfahren getan, z. B. durch den Einsatz computergesteuerter Wirbelstromsensoren.

Dietmar Bacher vom Automobilcluster Ostdeutschland (ACOD) e.V. sah am Ende der Veranstaltung in Harzgerode eine wichtige Entscheidung seiner Organisation deutlich bestätigt: Man habe Dr. Jürgen Ude und dem AL-CAST-Team die Themenführerschaft "Aluminium" übertragen. Damit trage AL-CAST die Verantwortung für Vorbereitung und Realisierung von Innovationen zum verstärkten Einsatz von Aluminium in der Automobilbranche.

 

Weitere Informationen zum Innovativen regionalen Wachstumskern AL-CAST finden Sie hier.