
Unter dem Titel "Young Scientists Round Table" veranstaltete das Freiberger Zentrum für Innovationskompetenz Virtuhcon (Virtual High Temperature Conversion) vom 16. bis 20. Juni seine erste Sommerschule für internationale Nachwuchswissenschaftler und –wissenschaftlerinnen.
Insgesamt 15 Doktoranden und Doktorandinnen sowie Postdocs aus Indien, England, Kanada, Syrien, Jordanien, Portugal und den USA kamen für eine Woche an die TU Bergakademie Freiberg.
In Vorlesungen lernten sie die Energieträgerwandlung sowie die komplexe Prozessvirtualisierung näher kennen. Werkbesichtigungen bei Siemens Fuel Gasification Technologies und der Salzgitter AG sowie ein kleines Kulturprogramm mit Stadtbesichtigung und Domkonzert rundeten das Programm ab. "Die Premiere war absolut gelungen", freute sich Annett Wulkow, Mitarbeiterin am Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen und Leiterin des ZIK-Büros. "Wir planen auch für die nächsten Jahre eine Sommerschule, um junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen für die drei bei uns geplanten Nachwuchsforschungsgruppen zu interessieren."
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Sommerschule lassen sich von Denise Langheinrich vom INEMET Aufbau und Wirkungsweise des Kristallzüchtungsofens erklären.
Großes Interesse bei den Teilnehmern und Teilnehmerinnen fand insbesondere die Modellierung von Kristallzüchtungsprozessen. Am Institut für Nichteisenmetallurgie und Reinststoffe (INEMET) werden beispielsweise Gallium-Arsenid- und Siliziumkristalle gezüchtet. Beide Materialien sind wertvolle Rohstoffe: Silizium ist der wichtigste Grundstoff für die Halbleiterindustrie und die anorganische Photovoltaik. Gallium-Arsenid-Kristalle werden in der Computerindustrie unter anderem zu Wafern weiterverarbeitet.
Die Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen stellten Denise Langheinrich, wissenschaftliche Mitarbeiterin am INEMET, nach ihrem Vortrag im Technikum zahlreiche Fragen zum Aufbau und zur Wirkungsweise des Kristallzüchtungsofens. Shalabh Maroo von der University of Florida zeigte sich beeindruckt von der experimentellen Laborausstattung: "Ich bin zwar von Hause aus Modellierer, aber diese Verbindung von Modellieren und Experimentieren wie es sie hier gibt, finde ich schon sehr interessant." An die Freiberger Sommerschule ist der Doktorand für Maschinenbau durch seinen Betreuer, Professor Jacob Chung, gekommen. Dieser arbeitet eng mit den Freiberger Professoren Meyer und Seifert zusammen. Swami Nathan vom Indian Institute of Technology in Madras hat sich in den fünf Tagen der Sommerschule intensiv mit Vergasungstechnik befasst. "Professor Meyer, der ja anerkannter Fachmann auf diesem Gebiet ist, nahm sich sogar Zeit für ein Gespräch und weckte mein Interesse, diese Thematik weiter zu verfolgen", berichtete er.
Virtuhcon beschäftigt sich mit der Virtualisierung von Hochtemperatur-Konversionsprozessen. Ziel der Forschungsaktivitäten ist es unter anderem, effizientere und CO2-ärmere Prozesse zur Umwandlung von Rohstoffen in Grund- bzw. Werkstoffe zu entwickeln. In dem Forschungsprojekt kooperieren acht Institute der TU Bergakademie Freiberg. Insgesamt werden 21 neue Stellen für Nachwuchswissenschaftler und –wissenschaftlerinnen geschaffen.
Um die Ergebnisse der Virtuhcon-Forschung in die wissenschaftliche Fachwelt, die Wirtschaft und die studentische Ausbildung effektiv einbringen zu können, entwickelte das Strategieteam um Prof. Dr. Bernd Meyer vom Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen, den Sprecher von Virtuhcon, eine zielgruppenorientierte Transferstrategie. Eckpunkte der Strategie sind eine eigene wissenschaftliche Schriftenreihe, eine regelmäßig stattfindende internationale Tagung, die eine bereits erfolgreich etablierte themenspezifische Konferenz ergänzt, sowie kommerzielle Schulungen und Workshops. Dem Wissenstransfer in die studentische Ausbildung dient der dreisemestrige Masterstudiengang "Computational Process Engineering", der inhaltlich von den Initiativinstituten und den Leitern der Nachwuchsforschungsgruppen getragen und ab 2011 angeboten werden soll.
Weitere Informationen zum Zentrum für Innovationskompetenz Virtuhcon finden Sie hier.
(URL: http://www.unternehmen-region.de/de/3009.php)