Im Blickpunkt

Erfolgreiche Zwischenbegutachtung für Thüringer Wachstumskern GLASING

Trotz eines leicht verzögerten Starts konnten die Netzwerkpartner die Juroren überzeugen, dass GLASING auf dem richtigen Weg ist und die ersten Forschungsergebnisse Erfolg versprechen.

Leichter, beständiger und effizienter als derzeit marktüblich sollen die Gläser sein, die innerhalb des Wachstumskerns GLASING für Photovoltaik-Produkte entwickelt werden. Seit 2007 arbeitet der Verbund aus sechs Unternehmen und der TU Bergakademie Freiberg an der "Energieeffizienten Veredlung dünner Glasscheiben mit besonderen technischen Eigenschaften" – so der offizielle Name des Projekts. Am 11. Juni 2008 stand die erste Zwischenbegutachtung mit Fachexperten und Vertretern des Projektträgers PtJ in Erfurt an. Trotz eines leicht verzögerten Starts konnten die Netzwerkpartner unter Federführung von Axel Engels, Geschäftsführer der ELIOG-kelvitherm Industrieofenbau GmbH, die Juroren überzeugen, dass GLASING auf dem richtigen Weg ist und die ersten Forschungsergebnisse Erfolg versprechen.

Leichtere Module mit höherem Wirkungsgrad

In seinem Einführungsvortrag skizzierte Wachstumskern-Sprecher Engels den Fokus des Projekts: Ziel von GLASING ist die Entwicklung von dünnen Sicherheitsglas-Scheiben mit Spezialbeschichtungen für Solar- und Architekturanwendungen. Außerdem sollen zukünftig leichtere Solarmodule mit einem höheren Wirkungsgrad hergestellt werden. Die Vision der Unternehmer und Wissenschaftler ist es, bis zum Jahr 2016 rund 300 neue Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen und der Region Südthüringen und Freiberg damit einen nachhaltigen Produktions- und Entwicklungsimpuls zu geben.

Unternehmen GLASING

Engels umriss die Struktur des Wachstumskerns: "Wir betrachten GLASING als Unternehmen und führen es auch so." Es gibt eine strategische Ebene mit einem Bündnisrat, der aus je einem Vertreter aller Netzwerkpartner besteht. Das operative Geschäft wird vom Lenkungsausschuss gesteuert, in dem es wie in der unternehmerischen Realität Verantwortliche für Marketing und Kommunikation, Finanzierung, Beschaffung, Controlling, Personalentwicklung und Qualitätsmanagement gibt. Im Lenkungsausschuss sitzen auch die Projektverantwortlichen für die drei Teilprojekte "Glasanlagenbau", "Glas für Architekturanwendungen" und "Glas für Solaranwendungen". Die Zusammenarbeit ist über eine Bündnissatzung klar geregelt.

Eine erste Bewährungsprobe für das Management gab es gleich nach Projektstart im April 2007: Der Bündnisrat musste den Verlust eines wichtigen Netzwerkpartners kompensieren und schnell einen neuen akquirieren. In der brandenburgischen Johanna Solar Technology GmbH, einem Dünnschicht-Solarmodulhersteller, fand das GLASING-Team glücklicherweise recht schnell den engagierten und zuverlässigen Mitstreiter, den es gesucht hatte. Axel Engels: "Dadurch hat sich der inhaltliche Fokus unserer Teilprojekte etwas verschoben, was aus heutiger Sicht aber ein Glücksfall war." Für die Johanna Solar Technology GmbH hat das Engagement bei GLASING ein klares Ziel: "die heute übliche Dicke des Solarglases von drei bis vier auf zwei Millimeter zu reduzieren, also mindestens ein Drittel Material einzusparen", erklärt Johanna-Solar-Projektleiter Florian Fey.

Gute Ideen für motivierten Nachwuchs

Neben den konkreten F&E-Fragen in den drei Teilprojekten beschäftigt sich der GLASING-Bündnisrat auch mit weiteren Faktoren, die für ein Gelingen des Projekts wichtig sind. Im April 2008 hat sich das GLASING-Management mit dem branchentypischen Fachkräftemangel auseinandergesetzt und sich auf mittel- und langfristige Maßnahmen zur Rekrutierung von gut ausgebildeten Fachleuten geeinigt.

Kurzfristig heißt das konkret, dass auch der Lebenspartner des avisierten Spezialisten oder der Spezialistin einen Job in der Region vermittelt bekommt, familienfreundliche flexible Arbeitszeiten möglich sind und für eine zuverlässige Kinderbetreuung gesorgt wird. Wie Prof. Dr. Heiko Hessenkemper von der TU Bergakademie Freiberg schilderte, sei dies in Freiberg in einigen Fällen geglückt – zur Freude der Universität wie der jungen Familien.

Langfristig ist geplant, dass GLASING in den Gymnasien der Region für eine Ausbildung bzw. ein Studium in der Branche wirbt. Die am Wachstumskern beteiligten Unternehmen und Institute wollen den Jugendlichen die hervorragenden Zukunftsaussichten in Bezug auf Entwicklungsmöglichkeiten und Verdienst darstellen.

Weitere Informationen zum Innovativen regionalen Wachstumskern GLASING finden Sie hier.