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Prof. Dr. Karl Leo, Mitinitiator des Projekts, sprach in seiner Einleitung davon, dass in und um Dresden in den vergangenen Jahren ein "Organic Valley" entstanden sei.
Hinter dem Begriff "Organische pin-Bauelemente" verbergen sich Solarzellen und Leuchtdioden, die auf der Technologie von organischen Halbleitern beruhen. Wie ihre anorganischen Geschwister können auch sie Licht in elektrische Energie oder elektrische Energie in Licht umwandeln. Der große Vorteil: Sie haben das Potenzial, schnell und preisgünstig auf großer Fläche produziert werden zu können. Außerdem bieten sie die Chance für völlig neue Anwendungen, beispielsweise flexible Displays oder Folien für die Stromversorgung mobiler Geräte.
Mit der Optimierung der hoffnungsvollen Technologie beschäftigt sich seit Ende 2006 eine Nachwuchsforschungsgruppe am Institut für Angewandte Photophysik (IAPP) der TU Dresden. Nachwuchsforschungsgruppenleiter Dr. Moritz Riede hatte am 27. Juni 2008 nach anderthalb Jahren Förderzeit zu einem ersten Statusseminar nach Dresden eingeladen. Prof. Dr. Karl Leo, Mitinitiator des Projekts und Leiter des Teilbereichs Optoelektronik am IAPP, sprach in seiner Einleitung davon, dass in und um Dresden in den vergangenen Jahren ein "Organic Valley" entstanden sei. Das Netzwerk aus forschungsnahen Unternehmen, dem Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS) und der Technischen Universität biete ein gutes technisches Umfeld. Prof. Dr. Leo betonte: "Wenn die Forschung die erwarteten Ergebnisse bringt, sind diese sofort hier in Sachsen in konkrete Produkte umsetzbar. Ich bin mir sicher, dass das InnoProfile-Projekt einen guten Teil dazu beitragen wird."
Prof. Dr. Karl Leo vom IAPP.
Ehrgeizige Forschungsziele bis 2011
Nachwuchsforschungsgruppenleiter Dr. Moritz Riede stellte im Anschluss sein Team und die bisherige Arbeit vor: "Ziel unseres Projekts ist der Aufbau einer technologischen Forschungs- und Entwicklungsplattform für organische pin-Bauelemente, eine enge Kooperation zwischen universitärer Forschung und Unternehmen sowie die Qualifizierung der Nachwuchswissenschaftler mit engem Praxisbezug." Derzeit stehe der Bereich der organischen Halbleiter im Spannungsfeld zwischen Grundlagenforschung und Anwendungsnähe. Die Wachstumsprognosen für die Photovoltaik allgemein sowie für die organische Elektronik im Speziellen seien verheißungsvoll, nun müsse die Forschung nachziehen, sagte Riede. Neben der systematischen Grundlagenforschung an organischen Halbleitern sei es das konkrete fachliche Ziel der Nachwuchsforschungsgruppe, organische Solarzellen mit acht Prozent Wirkungsgrad zu entwickeln und die Voraussetzungen für den Aufbau einer organischen Display- und Solarzellenfertigung in Deutschland zu befördern. Riede führte weiter aus, dass die Gruppe gut ins IAPP integriert sei und eng mit den anderen Gruppen zusammenarbeite. Außerdem gebe es gute Kontakte zur Universität Osaka (Japan) sowie zu den Universitäten in Ulm und Freiburg. Die Zusammenarbeit mit den anderen regionalen Partnern laufe sehr gut.
Die Sicht des Partnerunternehmens
Im Anschluss schilderte Dr. Bert Männig von der heliatek GmbH das InnoProfile-Vorhaben aus Sicht eines Unternehmens. Das Technologie-Start-up heliatek ist eine Ausgründung des IAPP. Als Vorgänger von Riede am Institut kenne er das Projekt noch aus der Antragszeit, erläuterte Männig und führte aus: "Das organische Netzwerk in Dresden ist die Chance für unseren Erfolg. Der Vorteil von organischen Solarzellen ist der geringe Materialaufwand sowie die überschaubaren Produktions- und Installationskosten. Pluspunkt des InnoProfile-Projekts ist aus Unternehmenssicht die lange Laufzeit von fünf Jahren." Das biete eine gute Basis, intensiv über eine relativ lange Zeit arbeiten zu können. Für ein Unternehmen wie die heliatek GmbH sei es wichtig, einen verlässlichen Wissenschaftspartner wie das Team um Riede zu haben, wenn die betriebseigene Forschung an ihre Grenzen stoße – vor allem auch in Bezug auf die Ausstattung.
Gute technische Bedingung für eine leistungsfähige Forschung
Die technische Ausstattung des Projekts ist seit Förderbeginn durch verschiedene hochwertige Messgeräte aufgestockt worden. So gibt es inzwischen Alterungsmessstände für organische Leuchtdioden und Solarzellen sowie einen Messplatz zur Bestimmung der externen Quanteneffizienz (EQE), mit dem sich u. a. der Wirkungsgrad von Solarzellen verifizieren lässt. Außerdem wird die Lieferung einer neuen großen Vakuumanlage zur Herstellung von organischen Bauelementen sehnsüchtig erwartet. Die Anlage wird auf einem 15 cm² großen Glaswafer 64 Bauelemente gleichzeitig herstellen können. Diese Bauelemente sollen dann durch das InnoProfile-Team für systematische Untersuchungen genutzt werden.
Weitere Informationen zum InnoProfile-Projekt Organische pin-Bauelemente finden Sie hier.
(URL: http://www.unternehmen-region.de/de/1851.php)