Im Blickpunkt

Girls-Power bei ICCAS

Zum deutschlandweiten Girls' Day, dem Mädchen-Zukunftstag 2008 am 24. April, informierten sich 12 Schülerinnen der 9. bis 11. Klasse über das Fachgebiet "Medizinische Informatik". Auf Initiative des Instituts für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie (IMISE) der Universität Leipzig schauten sich die jungen Leipzigerinnen auch bei ICCAS um.

Nachwuchsforschungsgruppenleiter Dr. Oliver Burgert und seine Mitarbeiter vom Leipziger Zentrum für Innovationskompetenz für computerassistierte Chirurgie führten die Mädchen durch die Demo-OPs und präsentierten Technik zwischen Medizin und Informatik. So zum Beispiel einen 3D-Drucker, der es möglich macht, patientenspezifische Knochenmodelle - etwa vom Ohr - realistisch aus einem gipsähnlichen Material nachzubilden.

Außerdem erfuhren die Schülerinnen mehr über 3D-Visualisierungsmöglichkeiten am Computer und deren Anwendung in der Praxis.

Das Highlight am Ende des ICCAS-Besuchs: die Mädchen konnten im Demo-OP selbst mit einer Fräse ein Schädelmodell bearbeiten. Dr. Oliver Burgert: "Technische Berufe werden oftmals als trocken und praxisfern wahrgenommen. Uns war es wichtig zu zeigen, wie Informatik und Naturwissenschaften zum Wohl des Menschen angewandt werden können und das auch noch Spaß macht!"

Im Rahmen ihres Besuchs bei ICCAS hatten die jungen Leipzigerinnen Gelegenheit, die Praxis am Institut für computerassistierte Chirurgie aus erster Hand kennenzulernen.
Praxis hautnah
 
Zuvor hatte Prof. Dr. Alfred Winter vom IMISE in seinem Begrüßungsvortrag erklärt, womit sich das Fachgebiet der Medizinischen Informatik beschäftigt und welche aussichtsreichen Berufsmöglichkeiten es später gibt. Ganz konkret ging es auch darum, was das Studium dieser Fachrichtung an der Universität Leipzig beinhaltet.

Wie ein MRT-Bild (Magnet-Resonanz-Tomografie) entsteht und ein MRT-Gerät funktioniert, erfuhren die Mädchen beim Besuch eines MRT-Labors am Institut für Medizinische Physik und Biophysik von Prof. Dr. Wilfried Gründer. Danach erklärte Schwester Uta Wilke auf der Neurochirurgischen Station des Universitätsklinikums, welche "mobilen Werkzeuge" zur Dokumentation der Patientendaten eingesetzt werden.

Die Mädchen nahmen am Ende des erlebnisreichen Tages eine Menge Eindrücke mit nach Hause. Ulrike Müller vom IMISE zeigte sich erfreut über das große Interesse der Mädchen. "Wir haben das erste Mal am Girls' Day teilgenommen. Die Mädchen waren sehr aufgeschlossen und ich hatte den Eindruck, es hat ihnen gefallen. Sicher werden wir auch nächstes Jahr wieder mitmachen."
 
Technische Berufsrichtungen im Fokus
 
Am Girls' Day - Mädchen-Zukunftstag können Schülerinnen Einblick in Berufsfelder nehmen, die Mädchen im Prozess der Berufsorientierung nur selten in Betracht ziehen. In erster Linie bieten technische Unternehmen und Abteilungen, sowie Hochschulen, Forschungszentren und ähnliche Einrichtungen am Girls' Day Veranstaltungen für Mädchen an. Anhand von praktischen Beispielen erleben die Teilnehmerinnen in Laboren, Büros, Werkstätten und Redaktionsräumen, wie interessant und spannend diese Arbeit sein kann.

Durch persönliche Gespräche mit Beschäftigten können die Mädchen ihren Erfahrungs- und Orientierungshorizont erweitern. Ziel des Girls' Day ist, Kontakte herzustellen, die für die berufliche Zukunft der Mädchen hilfreich sein können. Auch geht es darum, die Öffentlichkeit und Wirtschaft auf die Stärken der Mädchen aufmerksam zu machen, um einer gut ausgebildeten Generation junger Frauen weitreichende Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Unternehmen, die erfolgreich spezielle "Mädchen-Tage" realisieren, verzeichnen einen steigenden Anteil junger Frauen in technischen und techniknahen Berufen.


Nähere Informationen zum Zentrum für Innovationskompetenz ICCAS finden Sie hier.