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Es kann der Durchbruch werden. Eine Innovation, die diesen Namen tatsächlich verdient. Weil sie von Menschen gemacht wird, die ihr Handwerk und ihre Kunden verstehen. Und die Kundschaft wird von Jahr zu Jahr größer. Sie besteht aus Mitbürgern mit einem Handicap. Sie haben Probleme beim Gehen, Sehen und Hören, die sie aber nicht daran hindern, ihren Alltag zu leben - aktiv und engagiert.
InnoRegio-Initiative sorgte für solides Fundament
Von 2002-2006 unterstützte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Initiative "Barrierefreie Modellregion für integrativen Tourismus" im Rahmen des InnoRegio-Programms. Wissenschaftler und Touristiker, Mediziner und Architekten, Planer und Politiker entwickelten ein in Deutschland einmaliges Konzept für die Talsperrenregion am Rennsteig. Nun werden die Partner das Projekt als Innovationsforum weiterführen.
Jetzt Kompetenz bündeln
"Deutschlands schönster Wanderweg, der Rennsteig, bekommt Assistenten. Klein und schlau, Wanderführer und Lebenshelfer: Das muss ein barrierefreies "Navi" können. Seine Abkürzung steht schon fest: TAS für Touristisches Assistenzsystem." So beschrieb Florian Meusel, Geschäftsführer des Verbands Naturpark Thüringer Wald e.V., das Ziel des Innovationsforums, das mit einem Workshop am 5. Dezember 2007 an der Technischen Universität Ilmenau begann. Ein halbes Jahr lang fördert das BMBF die Aktivitäten der Projektpartner, die auf eine Vermarktungsstrategie der Hochtechnologien, zum Beispiel in Form der TAS-Geräte, zielen.
Florian Meusel, Geschäftsführer des Verbands Naturpark Thüringer Wald e.V.
"Hightech contra Handicap - Made in Thüringen", auf diese Formel brachte Prof. Dr. Wernstedt seine Vision des Projektes. Der Wissenschaftler war viele Jahre in leitenden Funktionen an der TU Ilmenau tätig. Zurzeit berät er das Fraunhofer-Anwendungszentrum Systemtechnik Ilmenau. Sein Augenmerk richtet sich vor allem auf die Wertschöpfung in der Region: "Wissenschaft und Wirtschaft sind zur intensiven Zusammenarbeit bereit. Bekommen wir grünes Licht von Politik und Verwaltung im Freistaat, werden den Ideen die Produkte marktgerecht und schnell folgen."
Als Beispiel nannte er das geländegängige "Superfour"-Mobil der Otto Bock GmbH. Mit einem Prototyp testeten Rollstuhlfahrer die Einsatzfähigkeit des Fahrzeugs. Auf verschiedenen Strecken im Thüringer Wald wurde dabei auch ein touristisches Assistenzsystem eingesetzt, das den Fahrer sicher durch das Wanderparadies am Rennsteig leitet: "Die ersten Praxistests waren erfolgreich und machten Mut.", betonte Wernstedt und wies auf die moderne Technologie hin, die heute in der Wehr- und Sicherheitstechnik angewendet wird.
Schon heute möglich - barrierefreie Citytour durch Ilmenau
Zukunftsmusik spielt schon heute in Ilmenau. Noch in der Probephase, aber einsatzbereit - das TAS-Navi für Mitbürger mit Behinderung. Ein Hörspiel führt mit Spannung, aber ohne Hindernisse durch die historische Innenstadt. Projektleiter Fred Roß feilt mit seinen Partnern an der TU Ilmenau und den Fraunhofer-Instituten in Ilmenau und Schmalkalden sowie den Partnerunternehmen in der Region weiter an Hard- und Software: "Wir kommen jetzt in die Phase, wo die Stadtväter in ein Referenzprojekt investieren müssten." Auch dieser Aufgabe wird sich das Innovationsforum stellen. Neben Ilmenau könnten dafür auch die Landeshauptstadt Erfurt sowie die Klassikerstadt Weimar in Frage kommen. Es wäre auf jeden Fall eine internationale Premiere.
Innovative Herausforderung liegt außerhalb der Städte
"Ich wandre ja so gerne am Rennsteig durch das Land." Herbert Roths meistgesungene Zeile soll nicht länger Zukunftsmusik für behinderte Mitmenschen bleiben: "Gelingt es Wissenschaft und Wirtschaft, das TAS-Navi online auf ersten Teilstrecken des Rennsteigs zu erproben, zu verbessern und dann zu zertifizieren, dann steht hier eine Innovation aus Thüringen vor ihrem weltweiten Durchbruch.", zeigte sich Prof. Dr. Christoph Ament von der TU Ilmenau überzeugt. Die dafür nötigen Leitstellen und Kommunikationspunkte sowie der weitere Aufbau und die Pflege von erforderlichen Datenbanken seien wichtige Herausforderungen. Denkbare Einsatzorte wären z.B. das bei Touristen und Kurgästen beliebte Masserberg und auch die Gegend rund um den Bahnhof Rennsteig.
Mario Koch vom Naturpark Thüringer Wald e.V., der das Innovationsforum koordiniert, formulierte zum Schluss des ersten Workshop-Tages ein wichtiges Ziel aller Aktivitäten: "Wenn wir die Zeit intensiv und optimal nutzen, um Hochtechnologien für barrierefreien Tourismus marktgerecht zu entwickeln, kann am Ende ein bisher einmaliges Kompetenzzentrum in Thüringen stehen."
(URL: http://www.unternehmen-region.de/de/2101.php)
(URL: http://www.unternehmen-region.de/de/308.php)