Im Blickpunkt

Alles aus einem Guss - Aluminium in Perfektion

"In der Harz-Region soll in absehbarer Zeit das beste Aluminium der Welt produziert werden. Diesem Ziel sind wir in diesem Jahr näher gekommen." So umriss Dr. Jürgen Ude, Bündnissprecher von AL-CAST, die aktuelle Situation der Innovationsinitiative in Sachsen-Anhalt.

In dem Innovativen regionalen Wachstumskern engagieren sich Unternehmer und Wissenschaftler, die mit ihren Kompetenzen und Kooperationen die gesamte Wertschöpfungskette rund um den Werkstoff Aluminium - von der Legierungsentwicklung über die zerstörungsfreie Prüfung bis zur Herstellung neuartiger Gießereiausrüstungen - abbilden.

Die Initiative, die aus der InnoRegio MAHREG hervorging, wird noch bis Ende August 2008 durch das BMBF gefördert.

Jörg Steffenhagen vom Projektträger Jülich bewertete die bis jetzt geleistete Forschungs- und Entwicklungsarbeit des Wachstumskerns AL-CAST positiv: "Die wissenschaftlichen Ergebnisse sind ermutigend. Sie liegen mit den erforderlichen Forschungsarbeiten im Plan." Er ermunterte die AL-CAST-Partner zu einer intensiven Diskussion über die Anwendungsmöglichkeiten der Forschungsergebnisse auch in anderen Branchen, wie z.B. dem Schienenfahrzeug- oder dem Flugzeugbau.

Bisher konnten mit der AL-CAST-Initiative gut 1.000 Arbeitsplätze gesichert und etwa 150 neu geschaffen werden. Der Umsatz der beteiligten Unternehmen wird sich bis zum kommenden Jahr um voraussichtlich 50 % gesteigert haben.

Wichtige Industriepartner des Bündnisses sind die deutsch-mexikanische NEMAK Rautenbach GmbH Wernigerode und die deutsche TRIMET Aluminium AG Harzgerode. Voraussichtlich im April 2008 wird die TRIMET eine völlig neu gebaute Gießereianlage in Betrieb nehmen. Wesentliche Ergebnisse der AL-CAST-Untersuchungen sollen dann in diese moderne Produktion einfließen.

Jörg Steffenhagen vom Projektträger Jülich (links) im
Gespräch mit Prof. Dr. Reinhold Krampitz, Leiter
Forschung und Entwicklung der ENA GmbH Atzendorf.
Mit wachen Augen und großem Interesse blicken die Automobilhersteller auf  AL-CAST.  Im Rahmen des Automobilclusters Ostdeutschland (ACOD), in dem alle wichtigen Hersteller und Zulieferer in den Neuen Ländern zusammenarbeiten, fungiert AL-CAST inzwischen als Themenführer für die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zum Gießen und Verwenden von Aluminiumbauteilen in der Autoindustrie.

Künftig soll dieser Werkstoff sowohl bei der Karosserie als auch im Motorbereich standardmäßig eingesetzt werden, um das Gewicht der Fahrzeuge erheblich zu verringern.
Um Qualität und Sicherheit dabei beizubehalten und zu verbessern, müssen z. B. die Herstellung der Legierungen, deren Eigenschaften, die Bearbeitung der Einzelbauteile und der Einsatz dieser innovativen Technologien in der Industrieproduktion gründlich untersucht werden.

Gastgeber des AL-CAST-Workshops war die ENA-Elektrotechnologien und Anlagenbau GmbH in Atzendorf in der Magdeburger Börde. Diese Ausgründung von Wissenschaftlern und Studenten der Otto von Guericke-Universität Magdeburg war zehn Jahre im Innovations- und Gründerzentrum Magdeburg-Barleben ansässig, bevor sie in diesem Jahr nach Atzendorf umzog. Gründungsvater dieses für Ostdeutschland typischen Kleinunternehmens mit zurzeit zehn Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von mehr als 600.000 Euro war Prof. Dr. Reinhold Krampitz - viele Jahre profilgebend für die Magdeburger Universität und Ehrenstadtrat der Landeshauptstadt Magdeburg.

Die ENA GmbH ist Spezialhersteller im Industrieofenbau. Ob Plasmareaktoren, Gießrinnen, Biegemaschinen oder Vakuumöfen - die Kunden in Deutschland, Österreich und Belgien wissen die Kompetenz in Magdeburg zu schätzen. Mit dem Bau und dem Einsatz der Versuchsanlage zum Gießen von Aluminium in höchster Qualität spielt die ENA eine entscheidende Rolle bei der AL-CAST-Erfolgsgeschichte.