Im Blickpunkt

Weiße Biotechnologie: Werkzeuge der Natur für industrielle Produktion nutzen

Erste Zwischenergebnisse ihrer Forschungsarbeit haben die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des InnoProfile-Projekts Weiße Biotechnologie bei ihrem Statusseminar am 15. November 2007 präsentiert.

Die jungen Forscherinnen und Forscher um Dr. Thomas Greiner-Stöffele wollen Technologien weiterentwickeln, um aus Umweltproben neue Enzyme zu detektieren und diese danach industriell herzustellen.

Die Gruppe aus 2 Postdoktoranden, vier Doktoranden und zwei Technischen Assistenten forscht und entwickelt in der BioCity Leipzig. Es gibt eine enge Kooperation mit den Leipziger Biotechnologieunternehmen c-LEcta GmbH, der Labor Diagnostik GmbH, der Curacyte AG und der SensLab GmbH.

Im ersten Förderjahr hat die Nachwuchsforschungsgruppe beispielsweise die Abwässer von Großküchen untersucht. Die Vermutung: Im fetthaltigen Abwasser entwickeln sich vorrangig Mikroorganismen, die Lipide verarbeiten und abbauen können. Die dazu notwendigen Enzyme (Lipasen) haben auch ein großes Potenzial für biokatalytische Umsetzungen in der chemischen Industrie.

 Die Nachwuchsforschungsgruppe des InnoProfile-Projektes
Weiße Biotechnologie mit Gruppenleiter Dr. Thomas
Greiner-Stöffele (4. v.l.)
 Nachwuchsforscherin bei der Arbeit im
Labor.


Mit Hilfe eines bereits patentierten Screening-Verfahrens isolieren die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen die DNA der Mikroorganismen und analysieren diese in einer Genbank. In einem anderen Teilprojekt geht es darum, Wirte wie zum Beispiel Pilze oder Bakterien zu finden und zu optimieren. Diese Wirte können dann die als interessant bewerteten Enzyme schnell und preiswert herstellen.

Neben der Forschung ist die Aus- und Weiterbildung der jungen Wissenschaftler ein Hauptanliegen des Projekts. Alle Postdoktoranden und Doktoranden haben in der c-LEcta GmbH, einem jungen Biotechnologieunternehmen für Spezialanwendungen von Enzymen in der Industrie, ein Industriepraktikum durchlaufen. Das Unternehmen hat bereits zwei Nachwuchswissenschaftler aus dem Projekt in eine Festanstellung übernommen.

Die Weiße Biotechnologie wird bis 2010 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund 3 Mio. Euro gefördert. Dank der Förderung konnten dieses Jahr zwei hochmoderne Geräte - ein automatischer Pickroboter und ein Parallel-Bioreaktor - angeschafft werden. Damit ist es den Wissenschaftlern möglich, die Isolation von Mikroorganismen zu automatisieren und die Analyse ihrer Fermentationseigenschaften parallel im hohen Durchsatz zu analysieren.