
Am 29. und 30. November 2006 trafen sich 70 internationale Wissenschaftler im Applikationszentrum Ilmenau zur Diskussion über Innovationen in der Hochfrequenz- und Satellitentechnik.
Zum ersten Kolloquium des Zentrums für Innovationskompetenz MacroNano hatte Nachwuchsgruppenleiter Dr. Jens Müller eingeladen. In Vorträgen und Diskussionsrunden ging es um den Status quo und die Entwicklungstrends von Mehrlagenkeramikschaltungen für Hochfrequenz- und Mikrofluidikanwendungen. Ein wichtiges Anliegen der jungen Wissenschaftler war es außerdem, neue Impulse für ihre Forschungsarbeit zu bekommen sowie die Kontakte zu anderen Forschungseinrichtungen und der Industrie zu stärken.
Teilnehmer der 1st MacroNano-Colloquium on LTCC RF- and Microsystem Interconnect in Ilmenau.
Die MacroNano-Nachwuchsgruppe "Funktionalisierte Peripherik" unter Leitung von Jens Müller forscht an innovativen elektronischen Bauteilen für die Hochfrequenztechnik. Die Anforderungen an die Entwicklungsingenieure sind sehr hoch: Sie sollten möglichst wenig störanfällig sein und eine lange Lebensdauer aufweisen. Wartung und Reparaturen der Teile sind schwierig, so dass sie von vorne herein vor Umwelteinflüssen gut geschützt sein müssen. Das wollen die MacroNano-Nachwuchswissenschaftler durch eine stabile Verpackung erreichen. Dafür werden die Halbleiter auf Träger gebracht, die aus mehreren, sehr dünnen Keramikfolien bestehen und bei ungefähr 850°C gesintert (gebrannt). Im Fachjargon heißt dieses Verfahren Low Temperature Cofired Ceramics - LTCC. Mit dem so genannten Mehrlagenschichtaufbau können die elektrischen Funktionen der Halbleiter mit mechanisch dreidimensionalen Strukturen kombiniert werden. Über integrierte kleine Miniaturkanäle strömen Flüssigkeiten, die z.B. für Kühlfunktionen bei elektronischen Leistungsmodulen bzw. zum Stofftransport für biochemische Sensoren verwendet werden können. Darüber hinaus verfügen die verwendeten Materialien über ausgezeichnete Hochfrequenzeigenschaften.
Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: Mit der keramischen Gehäusetechnologie können beispielsweise hochzuverlässige Mini-Bauteile für die Satellitenkommunikation hergestellt werden. Durch Einsetzen einer kompletten Funktionseinheit in ein kompaktes "Mikromodul" können standardisierte Sende- und Empfangseinheiten realisiert werden, die beispielsweise in medizinischen Implantaten für ein besseres Patientenmonitoring sorgen.
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