
Am 25. November 2006 hat der Freiberger InnoRegio-Verein RIST (Regionales Innovationsnetzwerk Stoffkreisläufe) eine Schlussbilanz seiner Aktivitäten im Rahmen des auslaufenden gleichnamigen Förderprogramms gezogen.
"Wir brauchen uns mit unseren Ergebnissen nicht zu verstecken", resümierte Dr. Frank Gehre, Geschäftsführer des InnoRegio Freiberg e. V. Dem Verein, der sich gleich in der Startphase des Programms gegründet hatte, gehören 18 Unternehmen und Forschungseinrichtungen sowie Stadt und Landkreis Freiberg an. "Sieben Verbundprojekte zu unserem Hauptthema "Neue Materialien - Innovative Energien" wurden erfolgreich zur Produktionsreife gebracht, dafür standen uns insgesamt 4,3 Millionen Euro Fördergelder zur Verfügung. Knapp 1 Million Euro haben die beteiligten Unternehmen als Eigenmittel beigesteuert."

Dr. Martina Bremer, Geschäftsführerin des Forschungsinstitutes Vecur, am Versuchsstand zur Ermittlung von Kennwerten für Latentspeicherkugeln - eines der erfolgreichsten Freiberger InnoRegio-Projekte. Die Kugeln aus Salzhydrat sollen die kostbare Wärme aus Solarkollektoren länger speichern.
Als erstes Projekt bereits erfolgreich in die Praxis überführt ist das Recycling von Solarzellen und -modulen bei der Solar World AG, wodurch 42 Arbeitsplätze entstanden. Ebenfalls schon in der Praxis angewandt wird in der Sulzer Metco Coatings GmbH Weißenborn ein Verfahren, mit dem durch das Aufspritzen eines metallischen Pulvers mit hoher Geschwindigkeit und Temperatur Rohrsysteme gegen Korrosion durch extrem aggressive Gase geschützt werden können. Sulzer rechnet hierbei mit 20 neuen Arbeitsplätzen.
Vielversprechend ist nach Aussage von Dr. Gehre auch der im Rahmen von InnoRegio entwickelte Dampfreformer für Brennstoffzellen zur dezentralen Wärme- und Stromgewinnung - eine Energiequelle der Zukunft. Die Serienfertigung der Brennstoffzellen soll 2009 in Riesa beginnen.
In Freiberg geplant ist eine Pilotanlage für ein Verfahren, mit dem durch eine spezielle Oberflächenbeschichtung das Glas von Leuchtstoffröhren stabiler und hochwertiger gemacht wird. Dies reduziert den Bruch bei Produktion und Transport der Lampen und soll bei der NARVA Lichtquellen GmbH & Co. KG Brand-Erbisdorf zum Einsatz kommen.
Zu einer Firmengründung aus der Bergakademie heraus soll das "LatentSol"-Projekt führen, ein neuartiges Speichersystem für Solaranlagen. Auf viel Interesse in Fachwelt stießen auch die an der TU Bergakademie entwickelten gläsernen Dachdeckungsmaterialien aus Schlacken. "Hier haben wir leider noch keinen Investor gefunden, der das in die Produktion nehmen will, aber wir bleiben dran", so Dr. Gehre.
"Man muss wissen, dass es von der Entwicklung bis zur Umsetzung und Vermarktung einer Technologie normalerweise noch einmal einige Jahre dauert; da erwarten wir noch eine Menge." Auch wenn das Programm zum Jahresende ausläuft - der Verein wird weiter bestehen. "Wir sehen es auch künftig als unsere Aufgabe, den Mittelstand enger mit der Universität zu verknüpfen, damit weitere Forschungsergebnisse aus der Bergakademie zu Unternehmensgründungen führen. Wir wollen sogar gezielt neue Mitglieder werben", erklärte Dr. Gehre.
(URL: http://www.unternehmen-region.de/de/260.php)