Im Blickpunkt

Treffen im Biotechnikum Greifswald: Initiativen von Unternehmen Region stellen sich vor

Am 1. September stellten das Zentrum für Innovationskompetenz "Funktionelle Genomforschung" an der Universität Greifswald und das InnoRegio-Projekt "DISCO" Bundestagsabgeordneten der CDU/CSU Fraktion ihre Arbeit vor. Unter den Abgeordneten waren auch der Greifswalder CDU-Direktkandidat für den Landtag Egbert Liskow und der Generalsekretär der CDU Sachsen Michael Kretschmer, der die Vorstellung leitete.

Die Professoren Michael Hecker und Heyo K. Kroemer, beide Sprecher des ZIK´s "Funktionelle Genomforschung", haben mit ihren Ausführungen den Aufwärtstrend an der Greifswalder Universität anschaulich dargestellt.

Seit 1998 besteht die Zusammenarbeit der Medizinischen mit der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät auf dem Gebiet der Funktionellen Genomforschung. Heute ist daraus eines der international renommiertesten Proteomzentren entstanden, so Prof. Michael Hecker. Das Zentrum wird wiederum gemeinsam von beiden Fakultäten getragen.


Generalsekretär Michael Kretschmer und Dr. Dr. Barb Neumann in Greifswald

Ein wesentlicher Teil dieses Erfolges ist neben EU-Förderungen, finanziellen Unterstützungen des Landes und Geldern der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vor allem die seit 2005 bestehende BMBF-Förderung, so Prof. Michael Hecker. Fünf Jahre lang wird das Zentrum für Innovationskompetenz mit insgesamt ca. 10 Millionen nEuro gefördert. Prof. Heyo Kroemer erzählte in seiner Funktion als Dekan der Medizinischen Fakultät nicht ohne Stolz, dass im Jahre 1991 kein Student nach Greifswald kommen wollte - 2006 ist die Ernst-Moritz Arndt Universität bei den Medizinstudenten die gefragteste Universität Deutschlands. Ein echter Erfolg!
Erfolgreich ist auch das InnoRegio-Projekt DISCO (Disease Informations- und Service Center Online). Der Vorsitzende der MEDIGREIF-Unternehmensgruppe Prof. Dietmar Enderlein gab den Abgeordneten Einblicke in Entstehung und Entwicklung der BMBF-geförderten Initiative. Zwischen 2001 und 2006 hat sich in Greifswald und Umgebung auf dem Gebiet der Gesundheitswirtschaft ein umfangreiches Netzwerk aus Unternehmen und Bereichen der Universität gebildet. 63 neue Forschungs- und Entwicklungsprojekte sind entstanden. In den DISCO Projekten werden Entwicklungen aus der Gesundheitstelematik mit Dienstleistungen z.B. aus der Bildung, dem Tourismus, aber auch dem Informationsbereich verknüpft und daraus neuartige Produkte für die Gesundheitswirtschaft geschaffen. Vor zwei Jahren, im November 2004, haben die Initiatoren den Verein "Vernetzte Gesundheit" als Fortsetzung von DISCO gegründet. Wenn Ende des Jahres die BMBF-Förderung ausläuft, soll die dem Verein zugrunde liegende Koordinierungsstruktur die Interessen von DISCO weiterführen, so Prof. Dietmar Enderlein über die Aussichten zum Weiterbestehen von DISCO.

Anschließend konnten die CDU/CSU-Abgeordneten noch tiefer in die Themen der Einzelprojekte des Netzwerkes einsteigen:

  • Dr. Schiel von der Inselklinik Heringsdorf auf Usedom hat ein telemedizinisches Betreuungsmodell für Kinder und Jugendliche mit Übergewicht entwickelt (TeleAdi).
  • Die Augenklinik der Greifswalder Universität stellte eine im Rahmen von DISCO entwickelte Telemedizin vor. Der Teleaugendienst hat einen "Patientenkoffer" für Zuhause hergestellt, um den Gesundheitszustand chronisch Kranker ortsunabhängig überprüfen zu lassen.
  • Und Dr. Dr. Barb Neumann stellte eine Studie für Qualifikationsbedarf in der Gesundheitswirtschaft vor.