
Mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung hat am 25. Juli 2006 die Jenaer Biochip-Initiative (JBCI) offiziell ihre Arbeit aufgenommen.
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen von "Unternehmen Region" unterstützt: Zusammen mit 17 weiteren Initiativen hatten sich die Jenaer Wissenschaftler in der ersten Auswahlrunde des "InnoProfile-Wettbewerbs" für eine 5jährige BMBF-Förderung qualifiziert. Dadurch soll das Miteinander von regionaler Nachwuchsforschung und regionaler Wirtschaft gestärkt werden.
Nachwuchsgruppenleiter Dr. Robert Möller prüft einen Biochip auf Funktionalität.

Kern des neuen Projekts ist eine Nachwuchsforschergruppe, die am Institut für Physikalische Hochtechnologie (IPHT) angesiedelt ist, von Biochemiker Dr. Robert Möller geleitet und von Prof. Jürgen Popp als "Mentor" betreut wird. Das engagierte sechsköpfige Nachwuchsforscherteam um den Physikochemiker Popp will die in der Medizin und Grundlagenforschung bereits etablierte Biochip-Technik verbessern.
"Unser Ziel ist es, mit Biochips einfach und schnell Informationen zu einer bestimmten Fragestellung zu bekommen, am besten gleich vor Ort. Mit einem Chip, der direkt für den Nutzer gemacht ist, könnte ein Fleisch verarbeitender Betrieb selbst prüfen, wie hoch die Keimbelastung mit Mikroorganismen ist," erklärt Robert Möller. Mit seinem Team will er kleine, kompakte Geräte entwickeln, die sowohl Probenaufbereitung als auch -auswertung erledigen können.
Das erfolgreiche Team der Jenaer Biochip-Initiative: Dr. Robert Möller, Dana Cialla, Thomas Schüler, Robert Kretschmer, Prof. Jürgen Popp, Maren Wagenhaus und Katharina Hering (von links nach rechts).

Um dieses Ziel zu erreichen, setzen die Wissenschaftler des IPC auf die Zusammenarbeit mit ihren Kollegen vom Forschungszentrum des Jenaer Klinikums, dem Institut für physikalische Hochtechnologie (IPHT) und auf die regionale Kompetenz von Jenaer Firmen in der Optik und Biotechnologie. Mit im Boot sind die Jenaer Firmen Analytik Jena, Dyomics, Clondiag und Beutenberg Diagnostics und Unternehmen aus Erfurt, Halle und Bad Köstritz. Popp: "Die praktischen Erfahrungen und das Know How der Firmen sind für unsere Arbeit extrem wichtig." Es werde außerdem einen regen Erfahrungsaustausch durch regelmäßige Seminare und Workshops zwischen den Unternehmen und den Nachwuchswissenschaftlern geben.