Im Blickpunkt

Organisation einer Regionalen Vorausschau - Instrumente und Methoden

Die gezeigten Beispiele deuten an, dass zur Organisation eines Vorausschau-Prozesses ein umfangreiches Spektrum an Methoden und Instrumenten genutzt werden kann. Die nachfolgenden Informationen verstehen sich als Grobeinteilung und sollen einen ersten Zugang zu möglichen Anwendungen in einem Vorausschau-Prozess vermitteln.

Auf einer ersten Ebene kann eine grundlegende Unterscheidung bei der Organisation der Vorausschau dahingehend getroffen werden, ob der Prozess überwiegend partizipatorisch (Bottom-up-Ansatz) oder hierarchisch (Top-down-Ansatz) angelegt ist. Beim Top-down-Ansatz spielen Interaktion und Vernetzung eine geringere Rolle. Bei Bottom-up-Vorhaben steht die Interaktion stärker im Vordergrund. Hier findet eine größere Zahl von Meinungen und Erfahrungen Beachtung und der Dialog spielt eine größere Rolle. Dies kann die Legitimität und den Prozessnutzen (Vernetzung) erhöhen, bedeutet aber auch einen höheren Zeitaufwand und ist schwieriger zu organisieren.

Auf einer zweiten Ebene sind formale Techniken und Methoden zu nennen, die sowohl beim Bottom-Up als auch beim Top-Down Ansatz zur Anwendung kommen. Explorative Methoden sind auf die Zukunft gerichtet ("outward bound") - sie beginnen mit der Gegenwart als Ausgangspunkt und bewegen sich von da aus in die Zukunft. Im Gegensatz dazu sind normative Methoden auf die Voraussetzungen gerichtet ("inward bound") - sie beginnen mit der Vorstellung von möglichen Zukunftsszenarien und stellen die Frage, welche Trends und Ereignisse uns dorthin führen könnten.

Eine dritte Ebene berücksichtigt die Unterscheidung quantitativer und qualitativer Methoden in der Ermittlung von grundlegenden Daten zur Erfassung der Ausgangssituation und  der Entwicklung von Prognosen. Quantitative Methoden gehen von numerischen Daten, Statistiken und Analysen aus, anhand derer detaillierte Erklärungen für Tempo und Ausmaß von Veränderungen gegeben werden können. Qualitative Methoden werden herangezogen, wenn quantitative Daten nicht verfügbar bzw. die Fragestellung z.B. einen komplexen Zugang auf Erfahrungen der  Akteure erfordert.

Eine vierte Ebene berücksichtigt Methoden, die zur Einholung von Expertenwissen zur Entwicklung von langfristigen Szenarien und Zukunftsbildern relevant sind. Zu diesen Methoden gehören u.a. Expertenpanels, Szenario-Analyse-Workshops oder Interaktionsanalysen.

Eine weitere Ebene bezeichnet vorausschaurelevante Methoden zur Festlegung von Schlüsselaktionen und Prioritäten. Hier kommen insbesondere das Benchmarking zur Ermittlung des aktuellen Entwicklungsstandes einer Sache und die Ermittlung und Bewertung von maßgeblichen Entwicklungsfaktoren und Rahmenbedingungen in Form von Stärke-Schwächen- bzw. Chancen-Risiken-Analysen zum Einsatz. Welche Methoden in welcher Kombination zum Einsatz kommen ist abhängig von der Zielsetzung, die mit der regionalen Vorausschau erreicht werden soll.

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